Herbstzeitlos

in einen blühenden Frühling.

Fraxeln verjüngt Haut und Seele!

Nutzen Sie jetzt die trübe Jahreszeit für einen strahlenden Sommer.

Inspiriert haben wir uns lassen von der Herbstzeitlosen, die jetzt in unseren Wäldern hie und da anzutreffen ist. Sie gleicht dem Frühlingsblütler Krokus, gehört aber zu den hochgiftigen Pflanzen. Wussten Sie, dass aus dem Blütennektar des Krokus das teuer Gewürz Safran gewonnen wird?

Bei der Herbstzeitlosen sieht es anders aus: Ein Cocktail aus 60g Blättern dieser heimischen Pflanze kann tödlich sein. Vielen Menschen ist aber diese Blume kein Begriff. Seien Sie mal ehrlich, haben Sie von ihr gewusst? Wir wollen natürlich nicht diesen Giftstoff in unserer Praxis verwenden, wir vertrauen auf die heilende Wirkung des Fraxel-Lasers. Wir möchten aber diese Glosse auch dazu nutzen, auf Pflanzen zu verweisen, die in der Medizin ihren angestammten Platz haben. Und dazu gehört eben auch die Colchicum autumnale, wie sie lateinisch heißt.

Es kommt immer wieder zu Vergiftungsfällen durch Verwechslung mit dem Bärlauch, auch mit einem tödlichem Verlauf. Die Blüten der Herbstzeitlose sind nicht mit denen des wie Knobi riechenden Bärlauchs zu verwechseln, sie ähneln ja dem Krokus. Das Besondere der Herbstzeitlosen ist aber, dass Blätter und Blüten nicht gleichzeitig auftreten. Im Herbst ist die Pflanze eine blätterlose. Das Gift steckt allerdings in der ganzen Pflanze.

Alle Teile der Herbstzeitlose enthalten das stark giftige Alkaloid Colchicin, ein Kapillar- und Mitosegift.

Wer in der Schule gut aufgepasst hat, erinnert sich vielleicht daran, dass Colchicin bei der Erstellung von Karyogrammen verwendet wird. Das sind die Chromosomenaufstellungen.Colchicin stoppt die Zellteilung, die Mitose.

Der höchste Gehalt findet sich in der Blüte mit bis zu 1,8 %. Aber auch die Samen (0,5 %), die Knolle (0,2 %) und die Blätter (0,03 %) enthalten genug Colchicin, um Vergiftungen bewirken zu können. Auch in getrockneten Pflanzenteilen bleibt das Gift erhalten. So können bei Verzehr von Heu mit Gehalt an getrocknetem Herbstzeitlose-Kraut die gefährlichen Gifte in die Milch übergehen. Deshalb sollten Wiesen und Weiden auf denen Futter für Milchkühe gewonnen wird, von der Herbstzeitlosen befreit werden.

Colchicin hat auch heute noch einen hohen Stellenwert in der Behandlung von Gicht (Podagra). Im Mittelalter wurde Pulver, das aus dieser Blume gewonnen wurde, zur äußerlichen Behandlung von geschwürig zerfallenden Hauttumoren (wie dem Basaliom) benutzt. Hier gibt es also durchaus eine Verbindung zu unserer Praxis.

Andere deutsche Trivialnamen für die Herbstzeitlose sind:

Giftkrokus, Butterwecken, Giftblume, Hahnenklöten, Hennegift, Herbstvergessene, Hundsblume, Hundsknofel, Käsestäuber, Kokokköl, Kuckucksweck, Kuhditzen, Kuheuter, Läuseblume, Leichenblume, Michelsblume, Michelwurz, Mönchskappen, Nacktarsch, Ochsenpinsel, Spindelblume, Spinnblume, Teufelsbrot, Teufelswurz, Wiesenlilie, Wiesensafran, Wildsafran, Wilde Zwiebel, Winterhaube, Winterhauch. Blutts Mäitli*, Säulöichrut, Tüfelswurzle, Zitlose.

*Schweizerdeutsch für Nacktes Mädchen

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